Exklusiv-Interview mit xt:commerce

Interview mit Mario Zanier: Geschäftsführender Gesellschafter der xt:Commerce GmbH über das neue Exportsystem in der kommenden Version und realistische Conversionrate beim Preisportalmarkting.

Herr Zanier schätzt, "...dass aktuell um die 100.000 Installationen von xt:Commerce laufen ...ca.30 bis 40% Preisvergleicher nutzen ...dass man je nach Branche mit 3-5% Conversionrate rechnen kann."




Herr Zanier, bitte schildern Sie unseren Lesern kurz Ihr Unternehmen und die Shoplösung.

Die xt:Commerce GmbH ist ein Anbieter von Supportdienstleistungen, Softwarelösungen und Zusatzmodulen rund um die hauseigene Marke xt:Commerce Shopsoftware. Das Leistungsportfolio umfasst neben der Konzeption und Gestaltung der PHP/MySQL Lösung xt:Commerce sowohl die Weiterentwicklung als auch die Pflege bereits veröffentlichter Systeme sowie Hilfe und Support bezüglich Installation, Handling und Pflege. Zusammen mit ausgesuchten Partnern, darunter ERP Anbieter, Billing- und Micropayment-Unternehmen und Banken entwickeln wir ständig neue zukunftsweisende Technologien und Anwendungserweiterungen für das bestehende Basissystem.
Wir arbeiten international und betreuen unsere Kunden, die von der internationalisierten Software profitieren, weltweit, seit kurzen ist xt:Commerce auch auf dem chinesischen Markt vertreten. xt:Commerce ist eine der derzeit meist genutzten Opensource Shoplösungen mit monatlich ca. 4.500 Installationen quer durch alle Branchen.


Wie viele Shops im deutschsprachigen Raum nutzen aktuell xt:commerce?

Wir schätzen, dass um die 100.000 Installationen aktuell laufen.


Herr Zanier, zu welchen Preisvergleichsportalen/Preissuchmaschinen bietet Ihre Shoplösung vorhandene Schnittstellen? Sind weitere geplant?
 

Derzeit bieten wir Schnittstellen zu den wichtigsten Anbietern. Durch ein komplett neues Exportsystem in der kommenden xt:Commerce Version kann jedoch jedes Portal (technisch) innerhalb weniger Minuten angebunden werden.


Wann wird die nächste xt:Commerce Version veröffentlicht?

Die Neue Version soll im Laufe des Oktobers veröffentlicht werden.


Können Sie das neue Exportsystem etwas näher beschreiben? Kann man sich darunter eine Art CSV-Generator vorstellen?

Infos zum neuen Export-o-Mat gibt es bereits unter: Link. Einfach gesagt ist dies ein templatebasiertes Exportsystem mit Cronjob Funktionalität.


Wie viele Ihrer Kunden nutzen Preisportale als Online-Marketinginstrument?

Anhand einer aktuellen Umfrage verwenden Schätzungsweise 30-40% Preisvergleicher.


Auf welche Umfrage stützt Sie Ihre Aussage?

xt:Commerce hat sich neben Atriga, ConCardis, LUUPAY, Saferpay einem Konsortium angeschlossen welches mit ibi research von der Universität Regensburg an einen eCommerce-Leitfaden arbeitet. Im Vorfeld dieses Leitfadens wurden ca. 1.000 Shopbetreiber umfassend zu allen Thematiken befragt. Die Ergebnisse dieser Umfrage und der Studie werden am eCommerce- und am ePayment Forum von unserem Projektpartner ibi research präsentiert, und sind auch in kürze auf der Projektwebseite www.ecommerce-leitfaden.de  in aufbereiteter Form zugänglich.

Aus der Studie und aus der Umfrage wird ein richtiger Leitfaden erstellt, der alle Bereiche erläutert, vom Start im eCommerce, bis hin zu Werbung, Auswahl von Paymentverfahren usw.


Herr Zanier, beschreiben Sie kurz den Aufwand (zeitlichen und technische Anforderungen) für einen Ihrer Kunden seine Angebote auf einem Preisvergleichsportal zu platzieren. Beispielsweise anhand der Basisvorrausetzungen, die z.B. Pangora vorgibt (AGBs, Lieferbedingungen, transparente und sicher Zahlungsabwicklung und Preise, Alternativen zur Vorauszahlung, Bilder und Produktbeschreibungen, Links auf die Produkte, deutschlandweiter Versand, Einhaltung des Jugendschutzes, Impressum, Unternehmensprofil und Logo wurden hochgeladen, die Bestimmungen des Paypal-Portals)

xt:Commerce stellt Exporte für die einzelnen Preisportale zur Verfügung.

Der weit größere Aufwand liegt jedoch beim Shopbetreiber. Wichtig ist es das richtige Portal für seine Branche zu finden und auch die Angebote der Mitbewerber zu analysieren um den maximalen Erfolg aus seinem Listing zu ziehen. Durch die integrierten Trackingfunktionen in xt:Commerce, kann auch die Effizienz der einzelnen Preisportale überprüft werden.


Können Sie die integrierten Trackingfunktionen in xt:Commerce, etwas näher beschreiben?

Jeder Export für eine Preissuchmaschine wird mit einer Tracking ID einer Kampagne versehen (z.B. Kampagne Froogle). In der Kampagnen-Statistik sieht der Shopbetreiber wie viele Hits, Leads, Sells und Late Sells er über diese Kampagne erhalten hat.


Können Shopbetreiber mit der Trackingfunktionen auch die Clickberechnungen der Preisportale überprüfen und gegebenenfalls überhöhte Berechnungen nachweisen und belegen?

Mit den Hits könnte er somit auch die Clickberechnung überprüfen. Und natürlich sieht hierbei auch jeder Shopbetreiber wie viel Prozent Conversion seine Clicks erzielten und ob sich das für ihn rechnet.


Herr Zanier, wie schätzen Sie den Nutzen des Branchenführers Preisvergleichsportale 2007 für Shopbetreiber, insbesondere für Ihre Kunden ein.

Gute Informationen in diesem Bereich waren für Kunden bis dato leider nicht vorhanden.

Wenn ich hierzu meine Kritik anbringen darf: Ich finde, dass nach der ersten schnellen Ansicht die schiere Masse an Information im Branchenführer jeden Benutzer erschlägt.

Man sollte diese Inhalte in einer Datenbank verfügbar machen, wo sich der Shopbetreiber anhand seiner Produkte die lukrativsten Portale aussuchen kann. z.B: Zeige kostenlose Portale mit Schwerpunkt Elektronik  etc...


(Anm. mpEXPERT) Das sehen wir inzwischen genauso. Eine Datenbankanwendung ist für die Zukunft angedacht, wird aber aus Zeitgründen noch etwas auf sich warten lassen.


Herr Zanier, obwohl Preisportalmarketing mit 10-16% Conversion Rate das erfolgreichste Onlinewerbeformat ist, sind weniger als 10% der Shops auf Preisportalen gelistet. Woran liegt das?

Die 10-16% halte ich für Wunschdenken, je nach Branche muss man hier eher mit 3-5% Conversionrate rechnen, was jedoch erheblich davon abhängig ist welches Preisportal man verwendet.
Meiner Meinung nach listen viele Shopbetreiber Ihre Artikel nicht weil in einige Branchen (z.B. Elektro) die Margen für den Händler sehr gering sind und viele auch keine Erfahrung in diesem Bereich haben und die Kosten scheuen.


Die Zahlen stammen aus einer US-Studie. Ich frage meine Gesprächspartner häufig nach dem Wert wobei der je nach Shop zwischen 1-22 % schwankt.


20% Conversion halte ich für unmöglich, bzw. wenn ich wüsste welcher Bereich 20% Conversion bringt, dann würde ich schnellsten einen solchen Shop eröffnen.


Welche Möglichkeiten sehen Sie Ihre 3-5%  sicher zu belegen? Wäre das mit der integrierten Trackingfunktionen von xt:Commerce z.B. im Rahmen einer Benchmark möglich? Hätten Sie Interesse an so einem Projekt das wir begleiten würden?

Wir betreuen auch einige Kunden direkt, diese Conversion bekommen wir als Feedback. Da müsste man nur jeden xt:Commerce Shopbetreiber befragen wie hoch seine Conversionrate ist, die kann jeder über die Kampagnen Funktion tracken. Interesse an so einem Projekt besteht durchaus, jedoch ist das anhand der Masse an Preisportalen ein komplexes Unterfangen, hier verwertbare Ergebnisse zu bekommen.


Haupthindernis  für  die Durchsetzung von Preisportalmarketing sind die unterschiedliche Datenqualität von den Shops und unterschiedliche Anforderungen der Preisportale an die Daten. Ein einheitliches Format wie z.B. die Shopinfo.xml von elm@r würde allen Beteiligten helfen. Wie sehen Sie die Situation? Welche Entwicklungen würden Sie sich als Shopsoftwarehersteller wünschen?

Für Shophersteller und auch für Kunden wäre es einfacher wenn es ein standardisiertes Format gäbe welches von allen Preisportalen akzeptiert wird. Dieses Problem kompensieren wir jedoch in der kommenden xt:Commerce Version durch ein flexibles Exportsystem.


mpEXPERT plant ein Get Together von Preisportalbetreibern, Shopsoftwareherstellern/Entwicklern und Shopbetreibern. Würden Sie teilnehmen? Welche Erwartungen hätten Sie an dieses Treffen? Was wünschen Sie sich an Erfahrungen und Ergebnissen?

Sofern das Thema standardisiertes Format auf der Agenda steht, jederzeit.

 

Herr Zanier ich bedanke mich für das Gespräch
Das Interview führte Thomas von Hören



Mario Zanier, geboren 1982, studiert seit 2003 medizinische Informatik an einer privaten Universität in Innsbruck. Start der Entwicklung von xt:Commerce im April 2004, und Geschäftsführung der Winger & Zanier xt:Commerce GbR (Hamburg) seit 09/2004. 06/2007 Geschäftsführender Gesellschafter der xt:Commerce GmbH (Österreich) 

 
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