Exklusiv-Interview mit eVendi.de PDF
Malte Schiphorst vom Preisvergleichsportal eVendi.deInterview mit Malte Schiphorst, Geschäftsführer der eVendi GmbH & Co. KG u.a. über White-Label Preisvergleichslösungen, Standards und Conversion Rate.

„Preisvergleich ist immer noch eine der Killer-Applikationen des Internets...White-Label Preisvergleich ist in jedem Fall ein attraktives Modell. Für die Standard-Lösung fallen keine Kosten an. Die Erlöse werden im Verhältnis 50 zu 50 geteilt.“



Herr Schiphorst, bitte schildern Sie unseren Lesern kurz Ihr Unternehmen und Ihr Angebot.

Die eVendi GmbH & Co. KG und ihre Vorgängergesellschaften betreiben den Preisvergleich eVendi.de seit mittlerweile 10 Jahren. Wir können uns damit als die Pioniere des Preisvergleichs in Deutschland bezeichnen. eVendi.de bietet eine Vielzahl von Funktionen und Services die es den Nutzern ermöglichen, den Preisvergleich auf eine möglichst effiziente Art und Weise durchzuführen. Weiterhin betreibt eVendi.de diverse mobile Applikationen und Möglichkeiten den Preisvergleich quasi von überall durchführen zu können. Dazu gehören natürlich die Abfrage über SMS und ein WAP-Portal, aber auch eine Java-Applikation, die man auf dem Handy installieren und zum mobilen Preisvergleich mit geringen Datenübertragungsvolumen nutzen kann.
Schließlich die Kooperation mit der Telefonauskunft 11880 mit der man auch auf dem Wege eines ganz normalen Anrufes ein Preisvergleich durchführen kann. eVendi.de hat sich von reinem Hardware-Preisvergleicher aus frühen Jahren mittlerweile zu einem Allrounder entwickelt, der im Prinzip keine Produktkategorie ausschließt sondern stattdessen alles abzubilden versucht, was im deutschen Internet käuflich zu erwerben ist.


Neben evendi.de sind die Portale winfuture.de/preisvergleich, online-preisvergleiche.de, ihr-preisvergleich.de, erotik-preisvergleich.de, monetenfuchs.de powered by evendi.de. Welchen Anteil am Gesamtumsatz hat das Whitelabelgeschäft?

Der White-Label Preisvergleich ist in jedem Fall ein attraktives Modell für Portal- oder ähnliche Seiten, da er die Nutzer an das Portal binden kann, die Reichweite des Portals im Sinne von Seitenabrufen erhöhen kann und zu guter letzt die Monetarisierungsmöglichkeiten des Traffics beim jeweiligen Partner vergrößert.


Werden Sie den Geschäftsbereich Whitelabel-Preisvergleichsportale weiter ausbauen? Welche Partner bevorzugen Sie hierfür?

Neuen Partnerschaften stehen wir grundsätzlich positiv gegenüber. Potenzielle Partner sollten entweder eine Mindestreichweite oder aber eine starke Spezialisierung in einem Bereich aufweisen der durch das Angebot unseres Preisvergleichs abgedeckt wird.


Herr Schiphorst, können Sie an einem Beispiel Ihren und den Aufwand des Partners beschreiben um eine Whitelabel-Lösung aufzusetzen?

Der Aufwand ist je nach Umsetzungswunsch sehr unterschiedlich. In der einfachsten Variante dürfte es kaum mehr als wenige Minuten dauern den White-Label Preisvergleich einzusetzen. In aufwendigeren Varianten hängt es von der gewünschten Spezifikation des Partners ab, wie lange eine entsprechende Lösung dauern wird.


Wie flexibel ist Ihre Lösung? Könnte z.B. ein Verlag für Spezialzeitschriften seine Webseite mit einem Preisvergleich ergänzen und das Angebot auf bestimmte Kategorien einschränken? Kann er Werbekunden die einen Shop betreiben zusätzlich einbinden?

Die White-Label Preisvergleich Lösung von eVendi.de ist grundsätzlich sehr flexibel, da wir unsere Daten in speziellen Fällen auch über eine XML-Schnittstelle heraus geben. Der Partner hat damit die Möglichkeit sehr gezielt spezielle Angebote des Preisvergleichs einzubinden oder auszuschließen. Eigene Werbekunden in das Umfeld des Preisvergleichs einzubinden, stellt natürlich kein Problem dar. Eine Integration in den Preisvergleich ist allerdings nicht vorgesehen.


Welchen Kosten fallen an? Wie werden Erlöse geteilt?

Die Kosten einer White-Label Lösung errechnen sich aus dem Aufwand den eVendi.de durch die Einbindung hat. Für die Standard-Lösung fallen keine Kosten an. Die Erlöse werden im Verhältnis 50 zu 50 geteilt.


Herr Schiphorst, welche USPs bietet eVendi gegenüber Lösungen von z.B. Bellboon die –nach eigenen Angaben- 2007 für Partner fünfhundert Preisportale freigeschaltet haben?

eVendi.de ist ein spezialisierter Preisvergleichsanbieter. Lösungsanbieter wie Belboon generieren das Thema Preisportal oder Preisvergleich immer nur als ein Subprodukt Ihres Hauptgeschäftes. In der Regel ist das Preisniveau bei spezialisierten Anbietern auch besser, da bei der Belboon-Lösung mehr Parteien mitverdienen wollen, als bei einer direkten Kooperation.


Herr Schiphorst, als einer der ersten Preisvergleicher bieten sie Videocast - eine Mischung aus Information und Entertainment - auf Ihrer Seite. Im Teleshoppingstil führen charmante Moderatorinnen durch ein Thema. Welches Konzept steht dahinter? Wie ist das Feedback auf Besucher- und Händlerseite?

Das Feedback auf den Video Podcast ist überwiegend positiv. Wir möchten auf diesem Weg versuchen, das Thema Preisvergleich auf eine frischere und unkonventionellere Weise an die Nutzer zu bringen. Da wir uns mit diesem Podcast selber nicht ganz ernst nehmen, erhoffen wir uns eine positive Resonanz für die Marke eVendi.


Bezeichnenderweise wurden als erste Themen nicht Elektronik/Technik sondern passend zum „Wetter“ Rasenmäher gewählt. Warum diese Kategorie?

Die meisten Menschen die das Thema Preisvergleich kennen, erwarten immer noch vorwiegend Angebote und Preisvergleiche für den Elektroniksektor. Aber Preisvergleich ist heute mehr als Digitalkameras, Drucker, Camcorder und Waschmaschinen. Das Thema „Wetter“ und damit das Spezialthema Rasenmäher und Heckenschere soll die Vielfalt der Angebotspalette von eVendi illustrieren.


Laufend entstehen neue Preisportale, die Technik ist bezahlbar, Basisdaten über Partnerprogramme beschaffbar. Wohin entwickelt sich Ihrer Einschätzung nach die Preisvergleichsbranche? Wo steht eVendi in 1-2 Jahren?

Ich glaube, dass es neuen Preisportalen sehr schwer fallen wird in diesem hart umkämpften Markt Fuß zu fassen. Die Einbindung von Produktdaten aus Partnerprogrammen bietet keinerlei Exklusivität und kann tendenziell von jedem gemacht werden. Damit werden solche Anbieter austauschbar. Auch ist die teilweise über Jahre entwickelte oder durch teures Marketing eingekaufte Userbase nicht allein durch eine hübsche Seite und ein bisschen Suchmaschinenoptimierung zu erreichen. Ich erwarte daher, dass auch in 1-2 Jahren die etablierten Player weiterhin im Markt sind und diesen dominieren. Es wird interessant zu sehen, wohin sich die Preisvergleichsbranche - auch getrieben von Web 2.0-Angeboten - entwickeln wird. Preisvergleich ist grundsätzlich immer noch eine der Killer-Applikationen des Internets.


Herr Schiphorst, beschreiben Sie bitte kurz den Aufwand (zeitlichen und technische Anforderungen) für einen Händler für eine Listung bei ihnen. Mit welchen Kosten muss er rechnen?

Der Aufwand bei der Einbindung dürfte für einen Händler äußerst gering sein. Wir haben uns im Laufe der Jahre eine große Flexibilität beim Einlesen der Produktdaten erarbeitet, so dass die Übermittlung der ohnehin vorhandenen Preisliste sowie einiger Eckdaten zu dem Online-Shop des Anbieters genügen. Damit ist eine Aufnahme grundsätzlich innerhalb weniger Stunden möglich. Einrichtungskosten fallen für einen Händler nicht an. Die laufenden Kosten dürften sich etwa im Marktdurchschnitt bewegen.


Herr Schiphorst, nehmen Sie noch weitere Händler auf? Welche Art von Händlern, in welcher Größe und mit welchem Angebot suchen Sie?

Wir nehmen jederzeit weitere Händler auf. Es ist dabei völlig unabhängig welche Größe oder welches Angebot der jeweilige Händler anzubieten hat. Sicherlich ist es für den x-ten Digitalkamera-Shop schwer, sich bei eVendi noch zu profilieren, aber wir haben keinerlei Aufnahmestopp. Lediglich ein nicht bestandener Seriositätscheck kann ein Grund sein, einen Händler nicht aufzunehmen. Gerne nehmen wir Händler aus Bereichen auf in denen sich der Markt erst noch entwickeln muss und wo noch Wachstumspotenziale bestehen. Mit unserem Prepaid-Angebot bieten wir übrigens auch sehr kleinen Händlern mit Nischenprodukten die Möglichkeit kostengünstig bei eVendi.de präsent zu sein.


Herr Schiphorst, erfragen Sie über Ihren Support die Conversionrate Ihrer Händer? Wie hoch ist der Durchschnittlich? Ist dieser in den einzelnen Kategorien signifikant unterschiedlich? Was beeinflusst Ihrer Erfahrung nach die Conversionrate am stärksten?

Wo wir können, beobachten wir die Conversion-Rates sehr genau. Wir stellen fest, dass starke Marken die erhaltenen Klicks auch dann sehr gut konvertieren, wenn der Preis nicht in der Spitzengruppe zu finden ist. Marke, Aufbau und Design des Online-Shop, transparente Bestellabwicklung und vielfältige Zahlungsmöglichkeiten sind die wichtigsten Einflussfaktoren.


mpEXPERT plant ein „Get Together“ von Preisportalbetreibern, Shopsoftwareherstellern/-entwicklern und Shopbetreibern. Thema: standardisierte Datenformate. Es soll zielgerichtet diskutiert und konkrete Entscheidungen getroffen werden. Würden Sie teilnehmen? Welche Erwartungen hätten Sie an dieses Treffen?

eVendi.de ist grundsätzlich sehr flexibel was die Verarbeitung von Datenformaten betrifft. Daher ist eine Standardisierung für uns von eher untergeordnetem Interesse. Konkrete Entscheidungen oder gar Standards würde ich von einem solchen Treffen nicht erwarten. Je nach Zusammensetzung der Teilnehmer ist aber eine Teilnahme von uns durchaus denkbar.



Herr Schiphorst, vielen Dank für das Interview.
Gesprächspartner war Thomas von Hören

 
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